Komplementäre Heilverfahren

   
 

Seit vergangenem Oktober praktizieren Jan und Eva Laucken in einer neu eröffneten Naturheilpraxis in der Neckarhalde 5. Ihre Entscheidung, dies auch in einer wirtschaftlich problematischen Zeit zu wagen, erwuchs dem Glauben in die Qualität ihres heilpraktischen Leistungsangebots. Dieses und die Praxis selbst werden im Folgenden kurz vorgestellt.

 

Die Naturheilpraxis und ihre Vorgänger

Es sei mit ein paar Anmerkungen zur Örtlichkeit der Praxis begonnen. Es wird berichtet, dass vor langer Zeit, bald schon nach der Errichtung des Hauses im 15. Jahrhundert, ein Medicus daselbst praktiziert haben soll. Es folgten Jahrhunderte anderweitiger Nutzungen, etwa als Buchbinderwerkstatt. Im 20. Jahrhundert zog dann wieder die Heilkunst ein. Alteingesessene Tübinger werden sich noch an Frau Dr. Käthe Boette erinnern. Bis vor fünf Jahren führte sie hier eine Praxis für Allgemeinmedizin. Danach wurden die Praxisräume grundlegend renoviert und dabei teilweise wieder in ihren Originalzustand zurückversetzt. Zusätzlich wurde ein behindertengerechter Zugang geschaffen. Die Balkenkonstruktion wurde zum Vorschein gebracht, ebenso die alten, teils hölzernen, teils gefliesten Fußböden. Das Wartezimmer der Praxis ist eine der wenigen gut erhaltenen Renaissancehallen der Stadt. Seit Oktober 2008 befindet sich in diesen Räumen die Naturheilpraxis Laucken.
Die Lage der Praxis passt zu ihrem Auftrag. Die Praxis liegt in der Tübinger Altstadt, abseits der Hauptverkehrsströme, in einer ruhigen Gegend. Aus ihrem Fenster schaut man hinunter in den Stiftsgarten und über diesen hinweg, durch Büsche und Bäume hindurch auf den Neckar. Die Praxis ist eine Oase der Ruhe und Entspannung.
Die Naturheilpraxis liegt etwa 300 Meter vom Marktplatz entfernt. Von den umliegenden Parkhäusern ist die Praxis in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Außerdem befindet sich ein öffentlicher Parkplatz für Behinderte im oberen Teil der Neckarhalde, ungefähr 70 Meter von der Praxis entfernt.

 

Vorstellung der Therapeuten und Mitarbeiter

In der Naturheilpraxis arbeitet das Ehepaar Eva und Jan Laucken. Jan Laucken ist Heilpraktiker. Die Schwerpunkte seiner heilpraktischen Tätigkeit sind die Akupunktur, die Homöopathie und die Dunkelfeldmikroskopie/Vitalblutanalyse. Eva Laucken ist Ergotherapeutin. Sie hat sich auf manuelle Therapien spezialisiert: Fußreflexzonenmassage, Klassische Massagen und Ayurvedamassagen. Soweit es einer Behandlung förderlich ist, arbeiten Jan und Eva Laucken auf- einander abgestimmt zusammen.

 

Konzept der Praxis

Die Patienten/innen werden ganzheitlich betrachtet und behandelt. Sprechen Heilpraktiker von einer ganzheitlichen Betrachtung, so meinen sie damit, dass für sie der Mensch nicht ein körperlich in sich geschlossenes Funktionsgefüge ist, vielmehr hängen die körperlichen Vorgänge in ihrem Funktionieren wesentlich auch von seelischen (z.B. emotionalen) und geistigen (z.B. kognitiven) Zuständen eines Menschen ab. Das stets zu beachten und zu bedenken, ist gemeint, wenn Heilpraktiker sagen, dass für sie Körper, Geist und Seele eine Ganzheit bilden.
Ganzheitliches Behandeln setzt ganzheitliches Diagnostizieren voraus. Solches Diagnostizieren erfordert Zeit und Aufwand. Äußerlich zeigt sich dies darin, dass eine heilpraktische Erstbehandlung mit einer 60 bis 90 Minuten dauernden Anamnese und Diagnose beginnt.
In der Naturheilpraxis Laucken treffen klassische und moderne Behandlungsansätze aufeinander. Zu den klassischen Therapien, wie der Homöopathie, der Akupunktur, den Massagen, treten moderne Verfahren, wie die Komplexhomöopathie, die Dunkelfeldmikroskopie/Vitalblutanlyse, hinzu. In der Behandlung werden diese Ansätze sinnvoll miteinander verbunden.
Da die Dunkelfeldmikroskopie noch nicht sehr bekannt ist, sei ihr eine kurze Anmerkung gewidmet: Es ist dies ein Verfahren, bei dem ein Blutstropfen 1200fach vergrößert wird. Aus der Beschaffenheit und der Gestalt der einzelnen Blutpartikel und aus ihrem Verhalten lassen sich vielfältige Schlüsse ziehen, beispiels­weise über die Belastungen einzelner Organe oder über den Zustand des Immunsystems. Auch bei der Ernährungstherapie geben die dunkel­feld­mikroskopischen Daten behandlungs­begleitenden Aufschluss über damit zusammenhängende Stoffwechselvorgänge, über den Säure-Basen-Haushalt und anderes mehr.

 

Interview

Frage:
Wie geht ein Heilpraktiker vor? Wie unterscheidet er sich darin von einem Arzt?

Antwort:
Lassen Sie mich, bevor ich auf Unterschiede komme, über Zusammenhänge reden. Die Einordnung der Naturheilpraxis unter die Rubrik „alternative Medizin“ halte ich für ziemlich missverständlich. Ich bevorzuge die Bezeichnung „komplementäre Medizin“. Viele Erkrankungen bedürfen so genannter schulmedizinischer Behandlung, doch können meines Erachtens die Erfolge dieser Behandlungen unterstützt und nicht gewünschte Nebenwirkungen abgeschwächt werden, wenn die schulmedizinische Behandlung durch eine heilpraktische ergänzt wird. Das Konzept der ganzheitlichen Behandlung liefert dafür den Denkrahmen.
Natürlich gibt es auch viele gesundheitliche Probleme, die sich rein heilpraktisch behandeln lassen. Der entscheidende Unterschied zur schulmedizinischen Behandlung liegt in dem oben skizzierten ganzheitlichen Zugang. Ein bestimmter gesundheitlicher Befund wird dabei von Beginn an als ein Bestandteil der Ganzheit betrachtet, die ihn als solchen bestehen lässt. Die gründliche und zeitaufwendige Diagnostik ist ein deutliches Kennzeichen für den naturheilpraktischen Zugang.
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle, um falschen Erwartungen vorzubeugen, erwähnen, dass Heilpraktiker keine verschreibungspflichtigen Medikamente verordnen dürfen, sie praktizieren mit anderen Arzneien.

Frage:
Verfolgen Heilpraktiker besondere Behandlungsziele und verfolgen sie diese auf besondere Weise?

Antwort: Das zentrale Anliegen heilpraktischer Behandlung ist die Unterstützung und Stärkung der Selbstheilungskräfte der Patienten/innen. Um aus dieser Zielsetzung Diagnosen und Therapien abzuleiten, beziehen sich Heilpraktiker wiederum auf ihren ganzheitlichen Ansatz. So wird es sich in der Regel als erforderlich erweisen, mit einem/einer Patienten/in nicht nur über auffällige Symptome und Beschwerden zu reden. Vielmehr wird das diagnostische Gespräch neben der körperlichen Gesamtverfassung auch das Bezugsgeflecht der alltäglichen Lebensführung eines/einer Patienten/in thematisieren. Es geht dabei dann um äußere Umstände, um soziale Einbindungen und um innere Sinnbezüge. Das Bereden auch solcher Themen setzt ein persönliches Vertrauensverhältnis zwischen Heilpraktiker und Patient/in voraus. Das gilt es entstehen zu lassen.
Dazu ist, äußerlich betrachtet, wiederum Zeit erforderlich. Deshalb betonen Heilpraktiker immer wieder die Bedeutung der Zeit, die sie ihren Patienten/innen widmen. Oft wird das Zeitargument belächelt, so als würde damit nutzloses Palavern in den Stand therapeutischer Bemühungen gehoben. Ich sehe das ganz und gar anders. Das vertrauensvolle Gespräch zwischen Heilpraktiker und Patient/in ist für mich die Grundlage jeden heilpraktischen Behandelns. Daraus erst leiten sich dann therapeutische Maßnahmen ab, die alle das Ziel haben, die Selbstheilungskräfte des/der Patienten/in zu aktivieren, und den/die Patienten/in dabei zu unterstützen, sich auch selbst zu helfen.

Frage:
Das Frühjahr naht. Gibt es für Heilpraktiker saisonal bedingte Behandlungsstoßzeiten?

Antwort:
Auf diese Frage muss ich zweifach antworten. Erstens: Viele Erkrankungen und gesundheitliche Beschwerden, mit denen Heilpraktiker zu tun haben, sind saisonal unabhängig. Mit ihnen haben Heilpraktiker durchgehend, das ganze Jahr über zu tun. Sie machen den größten Teil der Heilpraktikerarbeit aus.
Zweitens: Sie haben aber recht, es gibt auch saisonale Häufungen. Zum Schmunzeln ist die folgende Häufung. Zu Jahresbeginn kommen häufiger Raucher/innen in die Praxis, die sich zum Neuen Jahr vorgenommen haben, mit dem Rauchen aufzuhören. Es gibt aber auch echt saisonal bedingte Erkrankungen. Im Herbst geht es oft um die vorbeugende Stärkung des Immunsystems, um die Erkältungszeit möglichst gesund zu überstehen.
Das Frühjahr, danach fragten Sie, ist eine schwierige Zeit für viele Allergiker. Wer beispielsweise auf Frühblüher allergisch reagiert, kann sich am besten schon im Dezember und Januar behandeln lassen. Wer unter Heuschnupfen leidet, der erst später im Frühjahr aktiv wird, sollte nach heilpraktischer Auffassung spätestens im Februar mit einer vorbeugenden Therapie beginnen.
Die Methode der mikroskopischen Vitalblutanalyse beansprucht für sich, bereits vor dem Eintreten allergischer Beschwerden entsprechende Bereitschaften diagnostizieren zu können, so dass eine vorbeugende Behandlung gezielt angesetzt werden kann, deren Erfolg wiederum vitalblutanalytisch begleitend begutachtet werden kann. All dies sollte geschehen, bevor manifeste Allergien auftauchen.

Frage:
Ist Tübingen ein guter Standort für eine Naturheilpraxis?

Antwort:
Diese Frage kann ich rundheraus bejahen. Tübingen hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde. Die Dienstältesten praktizierenden Kollegen arbeiten hier bereits seit über dreißig Jahren. Ich hatte die Ehre, bei einem dieser Kollegen eine Zeit lang hospitieren zu dürfen.
Es gibt in Tübingen viele erfahrene Kollegen/innen, mit denen es Spaß macht zusammenzuarbeiten. Diese Möglichkeit ist für mich eine echte Bereicherung. Sie kommt dann auch, so hoffe ich, den Patienten/innen zugute. Meine allgemeine Devise lautet: Lieber zusammenarbeiten als konkurrierend gegeneinander. Das gilt sowohl für die Zusammenarbeit mit Ärzten/innen, wie auch für die mit Heilpraktikern/innen.
Es ist, soweit ich weiß, eine Tübinger Besonderheit, dass die hiesigen Heilpraktiker/innen sich zusammengeschlossen haben und sich regelmäßig zu fachlichem Austausch treffen.
In diesem Jahr, das möchte ich an dieser Stelle anmerken, findet der „Erste Gesundheitstag der Tübinger Heilpraktiker“ statt, und zwar am 7. März 2009 im Eberhardsgemeindehaus in der Eugenstr. 28. Zu dieser Veranstaltung, auf der sich die Tübinger Heilpraktiker/innen vorstellen und in deren Rahmen interessante Vorträge, Seminare und Workshops angeboten werden, sind alle an der Naturheilkunde und ihren Möglichkeiten Interessierten ganz herzlich eingeladen.

 

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Jan Laucken, Heilpraktiker
Käsenbachstraße 18, 72076 Tübingen
Telefon 07071-9204311
www.naturheilpraxis-laucken.de