Möglichkeiten der Immunstimulation

   
 

Der Zustand des Immunsystems eines Menschen lässt sich aus vielerlei Hinweisen indirekt erschließen. Am auffälligsten ist die Anfälligkeit für Krankheiten. Einen vergleichsweise direkten Einblick gewährt die Dunkelfeldmikroskopie/Vitalblutanalyse. Mit Hilfe eines leistungsstarken Mikroskops wird ein Tropfen „lebendigen Bluts“ 1200fach vergrößert. So werden auch die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sichtbar. Ihre Form und ihre Zahl zeigen den Zustand der Immunabwehr an. Zusammen mit dem/der Therapeuten/in kann der/die Patient/in das Diagnoseergebnis selbst sehen. Und der Erfolg der Behandlung eines schwachen Immunsystems kann somit begleitend begutachtet und in Bildern dokumentiert werden. Die im Folgenden genannten Behandlungen lassen sich so in ihrer Wirksamkeit laufend prüfen.

 

Behandlung mit Arzneitees

Therapeutisch eingesetzte Arzneitees (Phytotherapie) sind meist Mischungen verschiedener Heilkräuter mit jeweils besonderen Anteilen. Auf die richtige Mischung der richtigen Heilkräuter kommt es an. Es gehört zum Handwerkszeug der meisten naturheilkundlichen Therapeuten/innen, die zum Krankheitsbild eines/r Patienten/in passende Mischung zusammenzustellen. Zu jeder ganzheitlichen Diagnose gehört eine individuell abgestimmte Teemischung.

Um die volle therapeutische Wirkung zu erzielen, sollte man möglichst frische oder frisch getrocknete Kräuter (Apothekenqualität) verwenden. Nur sie enthalten die heilenden Stoffe in der gewünschten Konzentration. Es gibt verschiedene Verfahren, um an die Wirkstoffe der Kräuter zu gelangen: z. B. Aufguss, Kaltauszug, Abkochung. Welche Art der Zubereitung die jeweils richtige ist, wird der/die Therapeut/in mit dem/r Patienten/in besprechen. Dies gilt auch für die Häufigkeit und die Dosierung des Teetrinkens.

Es gibt eine Reihe von Heilpflanzen, die das Immunsystem stärken können, etwa Holunder- oder Lindenblüten. Bei akuten Infektionskrankheiten, werden diesen Heilpflanzen weitere beigefügt, z. B. Thymian- und Augentrostkraut, Kamille- und Mädesüßblüten.

 

Körper- und Ohrakupunkturbehandlung

Nach Auffassung der chinesischen Medizin durchzieht den Körper ein Netzwerk lebensenergetischer Ströme. Sie können blockiert sein oder in ein Ungleichgewicht geraten. Wichtig ist vor allem ein ausbalanciertes Verhältnis zwischen Yin und Yang. Mit richtig gesetzten und stimulierten Akupunkturnadeln können Ungleichgewichte wieder ausgeglichen und Blockaden wieder gelöst werden. Die Körperakupunktur hat sich nachweislich nicht nur bei der Behandlung akuter und chronischer Leiden bewährt, sondern auch bei der vorbeugenden Stärkung des Immunsystems.

Bei der Ohrakupunktur werden bestimmte Punkte oder Areale der Ohrmuschel „genadelt“. Die Ohrakupunktur basiert auf den Prinzip der Somatotopie (soma = Körper, topos = Ort). Demnach gibt es zwischen bestimmten Stellen der Ohrmuschel und bestimmten Körperregionen projektive Entsprechungen (wie bei der Fußreflexzonentherapie, s. u.). Mit kleinen, dünnen Nadeln werden die einschlägigen Stellen am Ohr stimuliert, damit z. B. ein entsprechendes Organ zur Selbstheilung angeregt wird. Einige Punkte der Ohrmuschel entsprechen dem Immunsystem. Werden sie „genadelt“, kommt es zu einer Immunmodulation.

 

Eigenblutbehandlung

Eine besonders starke Anregung erfährt das Immunsystem durch die Eigenbluttherapie. Bei dieser Therapie werden dem/r Patienten/in 0,5 bis 2 ml Blut aus der Armvene entnommen. Dieses Blut wird dann entweder in seinem Urzustand (klassische Therapie) oder in einer mit Homöopathika aufbereiteten Form (modifizierte Therapie) unter die Haut oder ins Muskelgewebe reinjiziert.

Die Eigenbluttherapie dient der Stimulation des Immunsystems, aber auch der Heilung bestimmter Krankheiten. Es wurde nachgewiesen, dass sich nach einer Eigenblutbehandlung die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und das Verhältnis dieser zu anderen Blutkörperchen zum Positiven veränderten. Die weißen Blutkörperchen sind unerlässlich bei der Abwehr und der Bekämpfung von Krankheiten. Die bereits eingangs erwähnte Vitalblutanalyse macht die Wirkung der Eigenblutbehandlung deutlich sichtbar.

 

Bild Immunsystem

 

Homöosiniatrie/Homöopunktur

Die Homöosiniatrie (oder Homöopunktur) ist eine Verbindung aus Akupunktur und Homöopathie. Hierbei werden in ausgewählte Akupunkturpunkte homöopathische Medikamente gespritzt, oder es wird eine Quaddel gesetzt (eine kleine Flüssigkeitsmenge wird in die obere Hautschicht gespritzt).

Die Homöosiniatrie ist gerade in der Erkältungszeit eine wichtige Behandlungsmöglichkeit.

Die Vermehrung, das Wachstum und die Vitalität der Immunzellen des Körpers werden gesteigert.

 

Fußreflexzonenbehandlung

Die Fußreflexzonenbehandlung (-therapie oder -massage) beruht auf Vorstellungen, die bereits bei der Ohrakupunktur kurz erläutert wurden. Den einzelnen Organen und Körperzonen entsprechen in verkleinerter Form bestimmte Stellen an den Füßen.

Bei der Behandlung massiert der/die Therapeut/in mit speziellen Griffen (ohne Apparate oder andere Hilfsmittel) bestimmte Stellen des Fußgewebes. Welche Stellen besonders intensiv bearbeitet werden, ergibt sich aus der naturheilkundlichen Diagnose. Zur Immunstimulation werden z. B. der Leberbereich, der Bereich der Tonsillen oder des lymphatischen Rachenrings, der Bereich der Bronchien bearbeitet.

 

Segmenttherapie (Head-Zonen)

Diese Behandlung geht auf den englischen Neurologen Sir Henry Head (1861-1940) zurück. Er fand heraus, dass bei bestimmten Erkrankungen innerer Organe eine Überempfindlichkeit (bis hin zu Schmerzen) bestimmter Hautzonen besteht (viszerokutaner Reflex).

Die inneren Organe und unsere Haut (unser größtes Organ) haben entstehungsgeschichtlich einen engen Bezug zueinander. In der Embryonalentwicklung entstehen die inneren Organe aus den verschiedenen Keimblättern, dem Endoderm, dem Mesoderm und dem Ektoderm. Die Haut, sowie das Nervensystem und viele Sinnesorgane entstehen aus Teilen des Endoderms. Bei der Segmenttherapie macht sich der/die Therapeut/in die Reflexumkehr zunutze, indem er die Haut an den zu den inneren Organen gehörenden Zonen stimuliert. Diese Stimulation kann mit recht unterschiedlichen Verfahren bewerkstelligt werden, etwa durch Schröpfen, durch Wärmeanwendungen, durch Injektionsverfahren oder durch Einreibungen. Auch auf diesem Wege lässt sich das Immunsystem eines Körpers hervorragend „reizen“, um es zu stärken und zu festigen.

Die hier in einer Auswahl vorgestellten Behandlungsformen lassen sich natürlich mannigfach kombinieren. Vorausgesetzt ist freilich stets eine gründliche ganzheitliche Diagnose. Sie bestimmt die Auswahl, sie bestimmt die Einsatzart und sie bestimmt die Dosierung.

 

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Jan Laucken, Heilpraktiker
Käsenbachstraße 18, 72076 Tübingen
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